Konzeption Motopädie

Die Motopädie geht davon aus, dass ein positives Körperbewusstsein die Voraussetzung für eine gesunde und ausgeglichene seelische und körperliche Entwicklung und die kognitive Leistungsfähigkeit eines Kindes ist („vom Greifen zum Begreifen“).

Wie das Fundament eines Hauses für dessen Stabilität bedeutsam ist, so stellen die Nahsinne die Basis für die Entwicklung des Kindes dar. Die Tiefen-bzw. Selbst-Wahrnehmung des Kindes, seine Tast-Wahrnehmung über die Körperoberfläche und die Gleichgewichts-Wahrnehmung werden durch vielfältige Angebote angesprochen, stabilisiert, verbessert und ihr Zusammenspiel gefördert.

Das Ziel der Motopädie besteht in der Förderung der:

– Ich-Kompetenz (seinen Körper und sich selbst wahrnehmen, erleben, mit ihm umgehen);

– Sach-Kompetenz (die Umwelt wahrnehmen, mit ihr umgehen und sie verändern können, sich an Umweltgegebenheiten anpassen);

– Sozialkompetenz (andere wahrnehmen, mit ihnen akzeptierend umgehen, beeinflussen können, sich an andere anpassen lernen.)

Praktische Umsetzung:

Den Kindern wird die Möglichkeit gegeben, Dinge, die sie geistig und emotional bewegen, durch Bewegung zum Ausdruck zu bringen und zu verarbeiten (Freude, Trauer, Angst, Aggression, besondere Erlebnisse etc.).

Die Gruppe als soziale Form ist wesentlicher Bestandteil innerhalb der motopädischen Förderung. Durch die Integration ihrer persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten erleben sich die Kinder als Teil der Gruppe. Gleichzeitig wird durch die Auseinandersetzung mit anderen Kindern das Sozialverhalten geübt. Die Entwicklung eigener Ideen und die Formulierung von Wunsch und Ablehnung fließt in das spielerische Handeln ein. Ebenso lernen sie, sich selbst zurückzunehmen und sich in das Spiel anderer Kinder einzufügen.

Die motopädische Förderung erfolgt in inklusiven Kleingruppen mit maximal sieben bis acht Kindern. Darüber hinaus ist für einige Kinder eine Einzelförderung möglich.

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